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Tauben-Skabiose

(Scabiosa columbaria)

VI - X Home Magerwiesen, Trockenrasen
20 - 60 cm indigen NT
Synonym: Asterocephalus columbaria. Hemikryptophyt, coll-mont. Die purpurlila bis blaulila Krone ist 5-spaltig. Grundblätter ungeteilt bis gekerbt. Die mittleren Stängelblätter sind 1 - 2x fiederschnittig, die Endzipfel sind höchstens 1,5 x so breit wie die seitlichen. Hier hellblau-lila Blüten. Die 5 Kelchborsten sind am Grund auf 0,2 mm verbreitert. Die seitlichen Fiederblätter der mittleren Laubblätter sind nur 1-3 mm breit (Lit). Es gibt sie allerdings auch mit fast weißen, lila angehauchten Blüten und lila Antheren. Die Köpfchenform ist häufig oval, die Kelchborsten variieren von braun bis schwärzlich. Die Pflanze steht unter Naturschutz. In der Böhmischen Masse und im nördlichen Alpenvorland ist die Tauben-Skabiose stark gefährdet (Lit).
 
 
 
5 dunkelbraune bis schwarze Kelchborsten
 
Die Endzipfel sind höchstens 1,5 x so breit wie die seitlichen. 23.06.2020 Pucking
 
columbaria?
Hier ist wenigstens die Blütenfarbe eindeutig. Beim Exemplar dahinter kommen schon Zweifel auf.
 
Kelchborsten
Eher kugelige Köpfchen sprechen für S. columbaria.
 
Grundblätter
Meist ungeteilte, aber mitunter stark gekerbte Grundblätter an den rein vegetativen Trieben. Aufnahmen: 24.06.2021 Weißkirchen
 
Scabiosa columbaria
Die Lichtpflanze gedeiht an mäßig warmen und an Stickstoff armen Standorten auf eher trockenen und meist kalkhaltigen Böden (Lit).
 
Scabiosa columbaria
 
 
Scabiosa columbaria
22.07.2009 Perchtoldsdorfer Heide

Wikipedia

Aus der Flora von Oberösterreich 1876

"490. S. Columbaria. Coult. (Asterocephalus Col. Reichb. exc. Taubenfarbige S.)
Wurzel spindelig, später einen verästelten, schiefen Wurzelstock bildend. Stengel aufsteigend oder aufrecht, stielrund, einfach oder ästig und wie die Blätter kahl oder mehr minder behaart, jedoch drüsenlos, gras- oder lichtgrün, an den Gelenken purpurbraun, zwischen 1,5 — 3' hoch, Blätter leyerförmig, fiederspaltig oder fiedertheilig, die grundständigen oft ungetheilt, länglich oder verkehrteiförmig, grobgekerbt, in den Blattstiel verlaufend; Zipfel der unteren Stengelblätter grob- oder eingeschnitten-gesägt oder fiederspaltig, Zipfel der oberen Blätter ganzrandig. Köpfchen flachgewölbt, bei der Fruchtreife kugelig, oval oder eiförmig. Blumenkronen 5spaltig, die randständigen grösser, strahlend. Saum des inneren Kelches der einzelnen Blüthen radförmig, trockenhäutig; Borsten des inneren meist 5, schwarzbraun, sehr selten fehlend. Eine vielgestaltige Art, die sich aber constant von Knautia arvensis durch den Mangel der abwärtsgerichteten, steifen Borstenhaare am untersten Stengelgliede, von Scabiosa succisa durch die strahlenden Randblumen, und von beiden durch die 5spaltigen Blumenkronen, endlich von Scabiosa suaveolens durch die nicht ganzrandigen, sondern verschiedenartig
getheilten Zipfel der unteren Stengelblätter unterscheidet.
Juni — Sept.


Aendert ab:

  • α lucida. Coult. (Sc. lucida Villars. — Sc. norica Vert. — Sc. stricta W K. — Asterocephalus lucidus Reichb. ic.) Stengel meist einfach, 6"— 2' hoch, steif, kahl. Blätter glänzend, etwas lederig, kahl oder feingewimpert. Blumen purpurröthlich, seltner azurviolett, sehr selten weiss. Borsten des inneren Kelches abstehend. 3 — 4mal länger als der Saum des äusseren Kelches.
  • β vulgaris. Coult. (Sc. Columbaria L. sp. — Asterocephalus Col. Reichb. ic.)
    Stengel schlank, oberwärts ästig, seltner einfach, 2 — 3' hoch, fast kahl; Blätter glanzlos, besonders die unteren behaart. Blumen azurviolett, lila oder weiss, nur selten röthlichviolett. Borsten des inneren Kelches abstehend, 3 — 4mal länger als der Saum des äusseren Kelches.
  • γ gramuntia. (L. syst, ed XII. — Koch syn. Sc. agrestis Sprengl. syst. — Sc. Columbaria, y pauciseta Fl. v. Wien.) Stengel schlank, verästelt, 2 — 3' hoch, etwas grauhaarig; Blätter glanzlos, besonders unterseits behaart. Blumen blassblau oder violett. Borsten des inneren Kelches beiläufig so lang als der Saum des äusseren Kelches; die ganz borstenlose Form Sc. leiocephala Hoppe scheint im Gebiete nicht vorzukommen.
  • δ ochroleuea. Coult. (Sc. ochrol. L. — Asterocephalus ochrol. Reichb. exc.)
    Stengel 1 - 2' hoch, verästelt, etwas rauhhaarig; Blätter meist grauflaumig; Blumen blassockergelb. Borsten des inneren Kelches abstehend, 3 — 4mal länger als der Saum des äusseren Kelches.


Auf Wiesen, an trockenen Rainen, sonnigen Abhängen, an bebuschten Felsen, Holzschlägen, Waldrändern.
α Vorzüglich auf Kalkboden, auf Berg- und Voralpentriften bis in’s Krummholz aufsteigend und mit den Bächen in die Thäler herabkommend; am Almkogel bei Weyer, im Gebirge um Steyr, am Rande des Schneefeldes des grossen Priels, an der Lackneralm, in der Seeleithen, auf allen Stoder- und Spitaleralpen, an der Grenze der Alpenregion oft nur 6" hoch, einköpfig, starr, mit feinzertheilten Blattzipfeln. — Auf Wiesen, die den Ueberschwemmungen der Donau unterliegen, und auf Donauinseln unterhalb dem Fischer am Gries, um Steyregg, Enns häufig, aber minder steif, verästelt, bis 2' hoch.
β Auf trockenen Triften, an Abhängen auf Lössgrund, kalkreichem Boden; auf Wiesen längs der Donau von Hafnerzell bis Mauthausen, um Linz auf Wiesen am Wege vom Fischer im Gries nach der Bankelmayr-Ueberfuhr, um Seyrlufer, auf der langen Wiese vor St. Peter, in Pleschinger- und Steyreggerauen. Auf einmähdigen Wiesen der Bergregion, z. B. am Georgenberg, Pröller bei Micheldorf.
γ Auf trockenen Wiesen der Welserhaide um Weingartshof, Neubau, Hörsching, beim Haidemann auf der Waldwiese, oberhalb Wels auf sandigem Boden.
δ Auf trockenen, sandigen Abhängen, an Felswänden, häufig auf den Granitwänden der Donauufer bei Linz, auf dürren Triften, Brachen der Haide; auf Gneiss, Granit und Quarzfels der Mühlviertlerberge, z. B. um Magdalena, am Pfennigberg u. s. w. Im ganzen Gebiete gemein an Wegen, Rainen, auf thonigem, mergeligem Boden, Kalkkonglomerat und Kiesschotter."

Aus: Duftschmid, J.: Die Flora von Oberösterreich, II. Band (Seite 425), Linz 1876, Verlag Ebenhöchsche Buchhandlung.
Anmerkung: Es ist Scabiosa columbaria β vulgaris gemeint.
Zum Ortsverzeichnis einiger hier angegebenen Standorte

 

 Letzte Bearbeitung 07.03.2024