"1078. T. flavum L. (Gelbe W.)
Wurzelstock walzlich, knotig, schief, abgebissen, mit starken Fasern büschelförmig besetzt, manchmal stielrunde, unterirdische Ausläufer treibend. Stengel 1 — 4' hoch, aufrecht, gefurcht, röhrig, unbereift, kahl, von der Basis bis zur Doldentraube beblättert. Blätter im Umrisse 3eckig - länglich, länger als breit, an Färbung, Grösse und Gestalt sehr abändernd, kahl oder an den Blattstielscheiden flaumig, an den Verästelungen der Schnittstiele bald mit, bald ohne häutige Nebenblättchen. Oehrchen der oberen Blattscheiden eiförmig oder eilänglich, zugespitzt. Blattabschnitte verkehrt-eikeilförmig, länglich-keilförmig oder lineal abändernd, 2—3 spaltig oder ungetheilt, die oberen Blätter immer schmäler als die unteren, zuweilen fädlich. Blüthen sammt den Staubgefässen aufrecht, gegen die Spitze der Stengel in eine gedrungene Doldentraube gehäuft; Doldentraube bald reichblüthig bis 0,5' im Querdurchmesser, bald kümmerlich, kaum vom Umfange einer Wallnuss. Kelchblättter und Staubknoten hellgelb.
Juni — Juli
Aendert im Gebiete ab:
- α angustifolium. (T. angustifolium Jacq. — T. angustissimum Crantz.) Wurzelstock abgebissen, an der Stengelbasis ein Büschel starker Fasern treibend. Blätter oberhalb dunkelgrün, glänzend, unterseits blasser, matt, am Rande sehr fein umgerollt, etwas lederig. Abschnitte schmallineal, oder die der oberen Blätter fädlich, meistens ungetheilt.
- β variifolium. (T. flavum Crantz. — T. nigricans Jacq. — T. laserpitiifolium Willd.) Wurzelstock kriechend, gegliedert, an den Gliedern faserbüschelig. Blätter oberseits grasgrün, matt, unterseits duftiggrün. Abschnitte der unteren Blätter verkehrt-eikeilförmig, 2 — 3spaltig, oft sehr breit und dann auch 5spaltig, die der oberen Blätter lineallänglich oder länglich-keilig, ungetheilt oder 2 — 3spaltig.
- var. α. Auf sumpfigen Wiesen über Donaualluvium zwischen Jochenstein und Engelszell, um Mühllacken, Ottensheim, an der Ortschaft Bachl in Urfahr. Häufig auf feuchten Wiesen zwischen dem Stockhofe und dem Sophiengütl zu Linz und längs der Strasse vom Greutterhofe nach dem Weingartshofe. Auf feuchten Wiesen über Traun- und Kremsalluvium, oberhalb Wels, bei Lambach, um Kremsmünster, in Aumayrwörth, um Rohr, Achleithen. Ueber Wienersandstein um Kirchdorf, Schlierbach. Zuweilen in Exemplaren über 5' Höhe, in subalpinen Thälern z. B. bei Weyer am Fusse des Almkogls, um Windischgarsten, zwischen Ischl und Ebensee. Ein sehr schmalblättriges Exemplar von T. flavum v. angustifolium fand Dr. Schiedermayr auf der Pleschingerau. Der von Brittinger in seiner Flor. v. Oberöst., pag. 109, unter Th. simplex var. β angeführte Standort: auf der Pleschingerau der Donau bei Plesching (Schiedermayr) scheint ersterer und nicht letzterer Pflanze anzugehören (Schiedermayr’s briefliche Mittheilung). T. flavum α angustifolium hat Blüthen, die sammt den Staubgefässen aufrecht stehen, T. simplex β angustisectum Neilr. hat aber sammt den Staubgefässen niederhängende Blüthen, letzteres scheint im Gebiete nicht vorzukommen.
- var. β Mitunter an Standorten der varietas α. Vorzüglich aber in Auen der Donau und an Ufergebüsch, z. B. über Gneiss bei Passau, Hafnerzell, Engelszell. Ueber Donaualluvium bei Ottensheim, Steyregg. Ueber Traunalluvium bei Wels, Lambach. Auf torfigen Wiesen bei Neidharting nächst Wimsbach. Um Kremsmünster, um Aistersheim, Aurolzmünster. In Innauen bei Reichersberg u. s. in den Flussniederungen des ganzen Gebietes zerstreut."
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