Bale

Koordinaten: 45° 2'32.27"N, 13°47'7.36"E

 
 
 
Rechts im Hintergrund: Rovinj
 
 
Hügel östlich von Bale: Bei klarem Wetter ein idealer Aussichtsberg.
 
 
Kapelle St. Michael
 
 
Aufnahmen: 16.04.2014
Der Weg zum Aussichtspunkt auf den Hügel führt zunächst vorbei an acker- und weinbaulich genutzten Flächen. An den Mauern ranken sich Efeu und der Bittersüße Nachtschatten. Im April begegnet man dem Sternlattich, der Kohl-Gänsedistel und dem Ruprechtskraut, im Juni gesellen sich die Steinklee, Weg-Malve, Mäuse-Gerste, Klatsch-Mohn, Stock-Malve, Rapunzel-Glockenblume und vereinzelt der Venusspiegel dazu.
Der Weg führt weiter durch einen Wald aus Steineichen, Flaumeichen, Blumen-Eschen, Dreilappigem Ahorn und Terpentin-Pistazien. Am Rand gedeihen der Blut-Storchschnabel, der Weiche Storchschnabel, das Immenblatt und im Juni das Fußblättrige Fingerkraut.
Vorbei an einem Wasserbassin erreicht man den oben abgebildeten Trockenstandort.
Im April: Spinnen-Ragwurz, Hummel-Ragwurz, Tetralonia-Ragwurz, Kleines Knabenkraut, Schmetterlings-Knabenkraut, Provence-Knabenkraut, Sonnenröschen, Stern-Anemone und Kleeteufel.
Im Juni: Pyramiden-Ständel, Verona-Hasenohr, Kleiner Wiesenknopf, Römisches Gliedkraut, Geknieter Walch, Acker-Winde.
Weiters: Orlaya, Filzkraut, Sonnenwend-Flockenblume, Andorn, Natternkopf.
 
 
Stadtrundgang
Vom Trg La Musa kommend betritt man die Altstadt wenn man die Ulica San Zuian links verlässt. Es geht ein wenig bergan hinauf zum Stadtpalast mit Loggia aus dem 14. Jhdt.

1295 eroberte Alberto II., Graf von Görz und Pazin die Stadt und gab sie an Aquileia zurück, womit er sich wahrscheinlich einen guten Platz im Himmel sicherte. Nach einer Zeit von erneutem Bündnis mit den Pulanern und einer vereitelten Attacke von Barban inklusive Bestrafung wurde Bale schließlich 1332 Teil der Republik von Venedig. Dann zettelten die Patriarchen von Aquileia einen Krieg an, weil sie Bale wieder zurück haben wollten. Sie überfielen Bale.
Die Patriarchen kämpften gemeinsam mit Erzherzögen aus Österreich gegen die Venezianer, die eher lokale Verbündete hatten. Schließlich siegte Venedig 1338.

Aber 40 Jahre später setzten sich die Patriarchen wieder durch, mussten aber 1381 Bale wieder an Venedig zurück geben. 1413 nutzten die Patriarchen den ungarischen König, um Bale wieder zu bekommen, verloren aber 1420 alle Macht in Istrien. Bale blieb dann bis 1797 unter venezianischer Herrschaft, Napoleon veränderte dann alles.

 
 

Der mächtige Soardo-Bembo-Palast (2) mit zwei Türmen und einem Mitteltrakt mit Quadriforen-Fenstern in den ersten beiden Stockwerken. Die Türme stammen aus dem 7. - 8. Jhdt, die Residenz dazwischen wurde im 15. Jhdt durch die Familie Soardo eingefügt. Eine Soardo heiratete einen Bembo. Die Bembos kamen aus Venedig. Durch den rechten Turm führt ein gotisches Bogentor in die zum Teil verfallende Innenstadt.
Über dem Bogen kann man den Markuslöwen und eine Sonnenuhr erkennen. Vor dem Bembo-Palast finden immer wieder kulturelle Veranstaltungen statt. Zu diesem Zweck ist manchmal der Platz davor durch eine Bühne verunstaltet. Bale gilt als Jazz-Zentrum in Istrien, aber auch Folklore wird hier angeboten.

 
 
Stadtpalast mit Loggia
 
 
Ein paar Meter das Gässchen zur Kirche hinauf befindet sich ein Haus, in dem der Casanova gewesen sein soll, daneben gibt es so eine Art Jazz-Atelier. Man stellt sich gerne vor, wie der galante Casanova von Haus zu Haus schlich und den Hausherrn die Hörner aufsetzte, von Vrsar über Rovinj bis nach Bale. Und wenn´s heiß wurde, dann zurück nach Venedig.
 
 
Das Zentrum am Stadthügel von Bale verfällt, die meisten Häuser sind Ruinen. Es ist fast rührend, was die Bewohner von Bale mit manchen ruinösen Häusern anstellen. Da ist zum Beispiel die Jazz-Spelunke, in deren Nachbarschaft in einem Gebäude ohne Dach eine kleine Ausschank mit Sitzgelegenheiten eingerichtet ist. Wir haben zwar hier noch nie Gäste gesehen, aber die Wanddekoration stimmt einen ein wenig fröhlicher. Nur Verfall würde eine triste Stimmung bescheren. Bei der Kirche (3) stehen in der Touristensaison einige Standl in denen die üblichen Souvenirs verkauft werden.
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
Nach einem Spaziergang durch die Castello ulica, mit dem man den Stadthügel quasi umrundet, kann man noch südseitig die Kirche des Hl. Geists knapp oberhalb der Ulica San Zuian besuchen. Wenn man Glück hat ist sie offen. Die Fresken stammen aus dem 15. Jhdt.
 
 
 
 
 
 
Aufnahmen: 18.08.2010 und 29.08.2013