Draguć

Koordinaten: 45°20'0.22"N, 14° 0'10.72"E

Großartig ist die Anreise über Cerovle im Herbst, wenn sich das Laub der Bäume zu verfärben beginnt. Die Straße führt ein wenig oberhalb des Ortes vorbei und von hier aus hat man den besten Blick auf das alte Städtchen.
 
 
Noch vor der Ortschaft liegt der Friedhof mit der aus dem 12. Jhdt. stammenden romanischen Kirche des Hl. Eliseus (Crkva Sv.Elizeja). Durch die verschiedenfarbigen Steine erscheint sie gestreift. Naturgemäß war die Kirche bei unserem Besuch geschlossen, die Fresken aus dem 13. Jhdt. konnten wir nicht sehen. Auch ein blick durch ein Fensterl ist nicht möglich.
 
 
Um Allerheiligen sind wie überall die Gräber besonders schön geschmückt. Es ist ein seltsames Gefühl, auf einem fremden Friedhof zu stehen und ein Ensemble zu fotografieren, während alte Leute vom Dorf ihre Gräber herrichten. Daher warteten wir ein Weilchen, bis der Friedhof für kurze Zeit menschenleer war. Dann kam der Mann mit der Motorsense zurück.
 
 
Am Ortseingang steht die nicht so spektakuläre Kirche der Seligen Jungfrau Maria vom Hl. Rosenkranz. Rund um die Kirche wurden einige Oleander-Sträuche, Zwergpalmen und Agaven gepflanzt. Hinter der Kirche befindet sich ein gewaltiger Zürgelbaum. Links leider ebenfalls im Bild: Der mittlerweile allgegenwärtige Götterbaum, ein Neophyt mit dekorativen Blättern, die an den Essigbaum erinnern. Der aggresive Neophyt verbreitet sich aber derzeit in Istrien invasiv.
 
 
Die "Hauptstraße" mit ihrer erst kürzlich neu aufgebrachten Bepflasterung scheint hauptsächlich von Katzen bevölkert zu sein. An einer für sie auf das Pflaster gestellten Bratpfanne mit Speiseresten labten sich an die zehn Bartputzer.
Am Ortsplatz der Siedlung mit einst mittelalterlichen Festung steht ein großer Zürgelbaum vor dem Richtertisch, davor ein Brunnen. Das "Buffet Zora" hat wahrscheinlich nur im Hochsommer oder zum Wochenende geöffnet.
 
 
Vom Dorfplatz aus blickt man auf dan Butoniga-See, das Süßwasser-Reservoir von Istrien. Rechts im Hintergrund erkennt man Motovun. Die Mauer stammt vom Rest der Verteidigungsbastion.
 
 
Die gepflegten Anbauflächen und der Wald in der Vormittagssonne. Es fehlt eigentlich nur mehr ein Gläschen Malvazija.
 
 
An der Bastion: Ein Wappen und eine Inschrift, die an Francesco Basadonna, der eben diese Bastion erbauen ließ, erinnert.
 
 
Rechts der Stiege sieht man einen sehr urtümlichen Markuslöwen mit geöffnetem Buch.
 
 
Der Richtertisch, wie man einen auch in Hum findet.
 
 
Aus dem 19. Jhdt. stammt die Quellfassung am Dorfplatz.
 
 
Ein Gang durch die ältesten Gemäuer (hier mit Blick auf den Dorfplatz) führt hinaus auf die Freifläche im Westen vor dem Städtchen.
 
 
Hier steht die Kapelle des Hl. Rochus aus dem 16. Jhdt. mit Fresken eben aus dieser Zeit. Naturgemäß ist auch dieses Kirchlein verschlossen, aber man hat die Möglichkeit, durch die Fenster auf die Fresken zu sehen. Sie wurden von Antonio di Padua (Kašćerga) geschaffen.
 
 
Dank der ISO 1600 kann man hier bei genügender Auflage am Fenster die Fresken verwackelungsfrei und ohne Blitz fotografieren. Aber keines der Bilder gibt das Erlebnis vor Ort wieder.
 
 
 
 
 
 
 
 

Blick von der Kapelle in nördliche Richtung. Man erkennt die hellen Kalkzüge des Tschitschenbodens. Links der Mitte unter den schräg einfallenden Kalkschichten befindet sich das Städtchen Roč.

Aufnahmen: 28.10.2016
Quellen: Goldschmid Alfred, Friederike, Ulrike: Istrien - Eine Liebeserklärung an das Land, seine Menschen und seine Kultur.
Matzka, Manfred: Istrien. Ein Reisebegleiter