Boljun

Koordinaten: 45°18'6.70"N, 14° 7'17.31"E

Von dem höher gelegenen Paz hat man einen schönen Blick auf das Städtchen Boljun. Im Hintergrund ist die Autostraße von Pazin nach Rijeka zu erkennen. Die Eingahrt in den Učka-Tunnel ist gerade nicht mehr zu sehen, aber am rechten Rand in der Mitte des Bildes sieht man den Beginn der Schlucht Vela Draga. Die Römer errichteten hier über einem Kastelliere die Siedlung Ad Fines. Der römisch-deutsche König und Kaiser Heinrich der IV vermachte neben anderen Besitztümern Boljun 1064 an den Markgrafen von Krain und Istrien, Ulrich I. von Weimar. Sein Sohn Markgraf Ulrich II. verschenkte 1102 die Festung (Castrum Vaniol) und andere Einflüsse in Istrien an die Patriarchen von Aquileia, weil er die Herrschaft in Weimar übernahm. Es folgten wechselnde Besitzer, bis 1373 waren die Eberstein, die auch in Paz herrschten, hier wichtig. Dann mischten die Patriarchen wieder mit und übergaben Boljun den Herren von Duino, Vasallen der Patriarchen. Die Nachfolger der Herren von Duino waren die verwandten Herren von Walsee, welche zum Habsburger Hofadel gehörten. Die Ennser Linie der Walsee stellte den Landeshauptmann ob der Enns und hatte die meisten Besitzungen in Nieder- und Oberösterreich, Steiermark, Kärnten, Krain und Istrien (inkl. Mitterburg, Pazin). 1387 ging das Dorf an Michael von Wachsenstein (gemeint ist hier Belaj), bereits unter Habsburgischer Herrschaft. 1600 kam Boljun an den Grafen Sinkovic aus Lupoglav.
 
 
Am Ortseingang steht die Kirche von St. Kosmas und Damian - wie immer verschlossen.
 
 
Fenster an der Kirche des Hl. Kosmas und Damian
 
 
Nach wenigen Metern erreicht man die imposante Festung, die man rechts vom gut erhaltenen Wehrturm betreten kann.
 
 
 
 
 
Im Burghof beeindrucken neben dem erhaltenen Gemäuer zwei Walnussbäume und ein ziemlich großer Feigenbaum.
 
 
 
 
 
Von der Burg schaut man über die Boljunsko Polje auf die Učka.
 
 
Der Glockenturm der Pfarrkirche des Hl. Georg. Es war der Palmsonntag 2017 und gerade eine Messe. Entsprechend viele Autos waren auf den kleinen Plätzen abgestellt.
 
 
Selbst wenn die Loggia nicht von den Autos verstellt wäre, die gestapelten Holzpaletten würden dennoch stören.
 
 
Hinter der Kirche entdeckt man diese Inschrift mit glagolithischen und lateinischen Buchstaben.
 
 
Eine Gedenktafel erinnert an den 1944 in Dachau ermordeten Pfarrer von Boljun, an dem die Nazis ein Exempel statuierten.
Aufnahmen: 09.04.2017

Quellen:
Miodrag Bozovic: Istria from Smrikve
Wikipedia: Herren von Walsee
Wikipedia: Herren von Duino