Mühlviertel

Grafik vereinfacht nach der Geologischen Karte des Kristallins der südlichen Böhmischen Masse von Fuchs und Matura 1976.

BL Bad Leonfelden, Bs Bärenstein, Ef Eferding, Gm Gmünd, Gr Grein, Ha Haslach,
He Herzogsdorf, Ka Kaplice, Kw Königswiesen, Nf Neufelden, P Plöckenstein, Pr Pregarten,
Rb Rohrbach, Sb Sarleinsbach, W Weinsberg

 
Man erkennt den großen Pluton aus Weinsberger Granit im östlichen Teil der Skizze (W = Weinsberg). Nach Westen hin sind diese Granite bereits einer Metamorphose unterzogen: Da gibt es Übergänge zwischen Weinsberger Granit zu Weinsberger Gneis bis hin zu Grobkornkneis All diese Gneise sind Orthogneise. Sie sind aus dem Weinsberger Granit hervorgegangen. Der Weinsberger Granit und seine metamorphen Folgeprodukte sind die ältesten Bildungen. Als magmatischer Nachschub drangen der Mauthausener Granit und andere Feinkorngranite empor. Dazu gehören auch diverse Granodiorite, wie der Freistädter Granodiorit. Vereinzelt drangen auch dioritische Magmen ein. Das sind plagioklasreichere Typen, i. a. ein wenig basischer. Als letztes Ereignis gilt der Eisgarner Granit mit größeren Alkalifeldspäten, die eine Fließregelung zeigen. Eisgarner Granit kommt ganz im Norden um den Plöckenstein (P) und dem Bärenstein (BS) bei Aigen vor (in der Skizze hellgrau gehalten).
Weitere Vorkommen liegen auf tschechischem Gebiet.
 
Paragneisdecken, also metamorphe Sedimente (vielleicht aus dem Devon oder noch älter), kommen nur östlich des Plöckensteins und östlich des Bärensteins bis Oberhaag bei Aigen vor. Es handelt sich vielfach um Cordierit-Sillimanit-Gneise. Mehr davon gibt es auf bayrischer Seite und jenseits des Moldau-Stausees. Hier reicht diese Paragneisdecke bis über Krumau hinaus. Man nennt sie auch die „Krumauer Bunte Serie“, weil hier auch Kalksilikate, Graphit und Marmor vorkommen. Marmor ist metamorpher Kalk. Graphit besteht fast nur aus Kohlenstoff. Beides entstand aus biogenen Ablagerungen (Graphit aus metamorphen Kohleflözen). Diese Bunte Serie ist in Niederösterreich in Spitz (Wachau) anzutreffen. Der Spitzer Marmor ist vielleicht bekannt. Dort, wie auch im bayrischen Bereich, sind Graphitvorkommen ebenfalls nicht selten.
Eine kleine Ausnahme im Mühlviertel gibt es: Der Bereich um Herzogsdorf (He): Hier findet man eine Restscholle aus Paragneis und Kalksilikaten, auch Graphit wurde hier sogar einmal abgebaut.
 
3 Störungszonen sind in der Karte eingezeichnet (braune Linien):
Entlang der Donau die Donaustörung, gleiche Richtung im Norden entlang der Großen Mühl die Pfahl-Störung und fast im rechten Winkel dazu entlang der Rodl die Rodlstörung. Entlang dieser Störungen treten Mylonite auf, das sind durch Metamorphose stark beanspruchte Gesteine. Die Richtung der Donau-Störung und der Pfahl-Störung nennt man hercynisch, die der Rodl-Störung rheinisch.

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