Symbiosen

Unter einer Symbiose versteht man das Zusammenleben von unterschiedlichen Organismen zu gegenseitigem Nutzen.
 
Beispiel 1:
Schmetterlingsblütler (Fabaceae) und die Wurzelknöllchenbakterien. Die Bakterien dringen in die Wurzeln ein und verursachen dort Wucherungen (praktisch ihre Behausung). Diese Bakterien sind in der Lage, Luftstickstoff zu binden. Sie erzeugen daraus jede Menge Ammonium-Ionen, die nun auch den Schmetterlingsblütlern zur Verfügung stehen.
Als Vertreter der Schmetterlingsblütler dient uns hier die Wilde Erbse. Sie bekommt von den Bakterien in ihren Wurzeln viel Ammonium-Ionen. Der Aminosäure-Produktion steht also nichts im Wege. Reichlich Aminosäuren bedeutet auch reichlich Proteine. Erbsen und Bohnen sind in der Tat reich an Proteinen.
Die Bakterien bekommen dafür Lebensraum und Kohlenhydrate.
 
Beispiel 2:
Flechten sind eine Symbiose von Pilzen und Algen.
Hier die Gewöhnliche Gelbflechte. Der Pilz bildet den Grundkörper. In ihm leben mikroskopisch kleine Algen, die den Pilz mit Kohlenhydraten versorgen. Der Pilz sorgt für Wasseraufnahme und stellt damit auch Nährstoff-Ionen zur Verfügung. Weiters versorgt er die Algen mit Kohlenstoffdioxid.
Flechten auf Steinen sondern Säuren ab und zersetzen so das Gestein. Sie nehmen die gelösten Ionen auf. Damit tragen sie wesentlich zur Gesteinsverwitterung bei. Auf diesem Foto ist die Kalk-Gelbflechte zu sehen.
 
Beispiel 3:
Mykorrhiza-Pilze. Sie sind Symbionten von Bäumen.
Diese Pilze "befallen" Bäume an den Wurzeln. Ihr Myzel (Pilzfäden im Boden; sprich: Müzeel und nicht: Mützel) umspinnt die Wurzeln und sorgt so für eine verbesserte Wasser- und Mineralstoffaufnahme. Dafür entnimmt der Pilz dem Baum Kohlehydrate. Die meisten Bäume könnten ohne den Mykorrhizapilz gar nicht keimen!
Auch der begehrte Steinpilz ist ein Mykorrhizapilz.
Das Myzel der Espen-Rotkappe ist Symbiont der Espe, daher findet man diesen Pilz ausschließlich unter Espen (ein wichtiger Tipp für Schwammerl-Sucher, denn Rotkappen schmecken hervorragend).
Weiter zur alternativen Methode der Versorgung mit Stickstoff.

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